Wie Rainer seine Lebensfreude wiederfand
Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) prägt den Alltag von rund 3,23 Millionen Menschen in Deutschland. Einer von ihnen ist Rainer (78). Bei ihm entwickelte sich die Erkrankung schleichend, aber mit langfristigen Folgen:

„Es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Ich konnte mich zuletzt kaum noch bewegen, mich nicht mehr allein anziehen, nicht duschen. Es ging einfach gar nichts mehr“, erinnert er sich. Dieser Zustand war auch für seine Frau Tatiana eine enorme Belastung. „Ich konnte kaum allein rausgehen. Ich hatte Angst, dass er jeden Moment sterben könnte“, erklärt sie.
Symptome erkennen, Schübe verhindern
Typisch für die Erkrankung sind die sogenanten AHA-Symptome: Atemnot, Husten und Auswurf Während die Atemnot anfangs oft nur bei Anstrengung auftritt, kann sie später auch in Ruhephase das Leben bestimmen. Ein besonderes Risiko sind akute Verschlechterungen, sogenannte COPD-Schübe (Exazerbationen). Diese Schübe belasten den Körper ähnlich wie ein Herzinfarkt und können die Lunge dauerhaft schädigen. Der Lungenfacharzt Prof. Dr. Timm Greulich betont daher die Bedeutung der Vorbeugung: „Exazerbationen verschlechtern den gesamten Krankheitsverlauf. Deshalb ist es so wichtig, diese ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst auftreten.“
Der Teufelskreis aus Atemnot und Inaktivität
Aus Sorge vor dem nächsten COPD-Schub vermeiden viele Betroffene körperliche Anstrengung. Doch diese Schonung führt in einen Teufelskreis: Weniger Bewegung schwächt die Muskulatur, was die Atemnot schon bei geringster Belastung verstärkt. Die Lebensqualität sinkt, während das Risiko für Begleiterkrankungen steigt.
Wege zu mehr Lebensqualität
Diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist möglich. Der Schlüssel liegt darin, selbst wieder aktiv zu werden. Die wichtigsten Bausteine dafür sind:
- eine individuell angepasste Bewegungstherapie, z. B. in Lungensportgruppen,
- ein bewusster Lebensstil mit gesunder Ernährung und Rauchverzicht,
- die aktive Pflege sozialer Kontakte und die Annahme von Hilfsangeboten,
- die Überwachung der COPD-Kontrolle durch einen Lungenfacharzt bzw. eine Lungenfachärztin
- und die konsequente Einnahme der ärztlich verordneten Medikamente.
Zielgerichtete Therapien: Ein neuer Takt für das Leben
Bei manchen Menschen wird die COPD durch eine spezielle Art von Entzündung verursacht. Diese lässt sich durch eine einfache Blutuntersuchung feststellen. Sind bestimmte Werte (nämlich die Zahl der Eosinophilen) erhöht, können zielgerichtete Therapieoptionen mit beispielsweise Biologika eine sinnvolle Möglichkeit sein. Sie greifen gezielt in das Immunsystem ein, hemmen die Entzündung undkönnen so die Häufigkeit von COPD-Schüben deutlich reduzieren. Für Rainer brachte eine solche Therapieanpassung die Wende. „Ich konnte wieder ohne Atemnot aufstehen, ich konnte wieder baden. Es war einfach toll! Ich habe wieder Lebensmut bekommen“, berichtet er.
Im Einklang zum Ziel: Die Lungenfachärzt*innen als Partner*innen
Wichtigster Partner auf dem Weg zur Besserung ist die behandelnde Lungenfachärztin oder der Lungenfacharzt. Ein offenes Gespräch und regelmäßige Kontrollen sind die Basis für eine erfolgreiche Therapie. Wer aktiv mitwirkt, hat die besten Chancen, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Weitere Informationen zum Leben mit COPD sowie einen einfachen Selbsttest zur Einschätzung der COPD-Kontrolle gibt es auf: mit-copd-leben.de.